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Medizinisches Fasermaterial
Ein Bereich, der unmittelbar von der Zellulose-Grundlagenforschung profitiert, ist die Medizin. Hier hat sich Zellulose als wundverträgliches Abdeckmittel in der Veterinärmedizin schon bewährt. Die brasilianische Firma Biofill bietet „künstliche Haut“ an und hält ihre „Zellulosepflaster“ sogar bei großflächigen Wundabdeckungen für geeignet. Einige Bakterien-Arten, wie Acetobacter xylinum, können aus einfachen Zuckern den vom Holz bekannten Grundstoff Cellulose bilden. Während sich der natürliche Traubenzucker (Glukose) allerdings wegen seiner Struktur in Wasser auflöst, ist es den Chemikern gelungen, Celluloseketten mit 4.000 bis 8.000 Molekülen herzustellen, "die nicht mehr wasserlöslich sind".
Die „Bakterienzellulose“ ist ein sehr reines, flexibles und bioverträgliches Material. Daraus lassen sich Implantate für die Chirurgie herstellen, etwa künstliche Adern. Basyc (bakteriell synthetisierte Cellulose) nennen die Jenaer das Material. Das Vlies besitzt eine relativ stabile Netzstruktur, ist biologisch verträglich und kann Wasser aufnehmen, ohne sich aufzulösen. Das Herstellungsverfahren ist patentiert, Mitarbeiter haben ein kleines Unternehmen gegründet, um die Idee vermarkten zu können. Aus der bakteriensynthetisierten Cellulose können Hohlfasern hergestellt werden. Diese winzigen 'Schläuche' sind hervorragend als Weichgewebe-Implantate geeignet, etwa als Ersatzmaterial für Blutgefäße oder als Nervenumhüllungen. Nach Versuchen an Ratten und Schweinen scheint erwiesen, dass Basyc vom Körper besser angenommen wird als herkömmliche Teflon-Adern. Das Thromboserisiko verringert sich. Quelle: DIE ZEIT, 03/2003, chemie, “Einfach wisch und weg”
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