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Funktionstextilien

 

Das texbac-Lexikon zu Funktionstextilien

 

 

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Funktionstextilien von Morgen: “Wenn mir meine Oma eine neue Leber häckelt!”

farbige Stoffe

Bild: Trevira GmbH

Biomedizinisches Gewebe

Biomedizinisches Gewebe

Die Zeit in der der Mensch Textilien als Ersatz für die fehlende Körperbehaarung nutzte, geht seinem Ende entgegen. Nicht dass wir den evolutionär konsequenten Schritt zur kollektiven Nacktheit bedauern würden- vielmehr werden die Gewebe in weniger profanem Einsatz gebraucht - neudeutsch im Bereich der Life Science. 

Die Zukunft der textilen Entwicklung liegt z.B. in folgenden Bereichen:

  • Im  Umweltbereich und in der  Biotechnologie werden Textilien, wie offenporige Pol- ,Vlies- und Veloursstoffe, als Strukturmatrix für Zellen und Bakterien eingesetzt.
  • In der Medizin können intelligente Textien von der Haut abgegebene Stoffe aufnehmen bzw. speichern, schützen den Träger vor schädlichen Einwirkungen können mit heilenden Wirkstoffen versehen werden, die im direkten Hautkontakt beim Tragen durch Wärme und Hautfeuchte wieder abgegeben werden (z.B.  Salbenkompressen). Weitere Beispiele: textile Implantate, Gefäßprothesen, Ersatzhaut, Bänder- und Sehnenprothesen,  Wundversorgung (chirurgische Nähfäden, Wundpflaster, elastische und unelastische Binden, Salbenkompressen, Gipsverbände, elastische Schlauchnetze)
  • Im  Hygienebereich bieten bioabbaubare Polymere die Möglichkeit der umweltfreundlichen Kompostierung  bei zusätzlicher Körperverträglichkeit und antimikrobieller Ausrüstung
  • Im  Krankenhausbereich werden Einmalartikel aus Vliesstoffen eingesetzt. Neue Membrantextilien mit mikroporösen Beschichtungen (Porendurchmesser < 0,1 µm)  gewährleisten eine hohe Keimdichtigkeit.
  • I-Wear, Smart Clothes, Wearable Electronics. Viele Begriffe für dieselbe Vision: Bekleidung soll den Menschen dank ihrer intelligenten Eigenschaften in absehbarer Zeit bei den verschiedensten Aktivitäten und in möglichst vielen Lebensbereichen als unbemerkt arbeitender Partner aktiv unterstützten.
  • Im  Entwicklungsstadium ist der “biohybride Organersatz”. Hierbei sollen textile Trägermaterialien durch lebende Zellen funktionalisiert werden. Auf diese Weise sollen textile Strukturen die Aufgaben der Bauchspeicheldrüse oder der Leber übernehmen.

Funktionsunterwäsche soll den Schweiß möglichst schnell absorbieren und nach außen abtransportieren, um die Haut trocken zu halten – so die gängige Doktrin in Sachen unterste Kleidungsschicht. Falsch! Denn so wird verhindert, dass der Schweiß die ihm zugedachte Wirkung entfaltet: den erhitzten Körper durch sein Verdunsten auf der Haut zu kühlen.
Um diese „Verdunstungskühlung“ zu fördern, sollte die Funktionsunterwäsche deshalb den Schweiß vielmehr großflächig verteilen, damit er schnell verdunsten und damit kühlen kann, was natürlich nur funktioniert, wenn die unterste Kleidungsschicht auf der Haut anliegt. Idealerweise nimmt sie den flüssigen Schweiß gleichmäßig auf, ohne sich an der Oberfläche nass anzufühlen. Dann kann der Schweiß in Hautnähe verdunsten und kühlen, während sich die Haut gleichzeitig angenehm trocken anfühlt. Wird der Schweiß dagegen abtransportiert, bevor er dampfförmig geworden ist, produziert der Körper immer weiter Schweiß, um Kühlung zu erhalten, verliert noch mehr Flüssigkeit und Mineralstoffe und überhitzt im schlimmsten Fall.

Was bei Hitze oder großer körperlicher Anstrengung gilt, verkehrt sich jedoch in Ruhephasen, vor allem bei Kälte, ins Gegenteil. Dann sorgt die Verdunstungskälte für ein rasches Auskühlen des Körpers, wenn dieser keine durch Muskelarbeit produzierte Wärme nachliefert. Sprich, den Körper vor Auskühlung schützen – indem sie die Verdunstungskälte minimiert, also den Schweiß möglichst schnell vom Körper abtransportiert, möglichst wenig Feuchtigkeit speichert und schnell trocknet. Und nach Möglichkeit auch noch gegen Kälte von außen isoliert.
Mal kühlen, mal wärmen – es ist keine leichte Aufgabe, die der Sportunterwäsche da zukommt. Dementsprechend weisen alle erhältlichen Fasern und Gewebe je nach Einsatzbereich Vor- und Nachteile auf.

Die Entwicklungen von heute, Textilvisionen im Alltag von morgen:

Hier finden Sie einen Überblick über die neusten Entwicklungen im Funktionstextilienbereich

Unternehmen

Produktname

Thema

Biodomus Austria

WELLNESS SHIRT "TAG" / "NACHT" "cosmoVITAL®"

Sicherheit

Brinkmann-Gruppe

bugatti & Wave-Protect

Sicherheit

bugatti & Fresh-Concept

Wohlfühlen

bugatti & AIRVANTAGETM

Wohlfühlen

Cognis Deutschland GmbH & Co. KG

Microban® & Skintex®

Wohlfühlen

Friendly Sensors AG

freemover®

Gesundheit

Infineon Technologies AG

Laufweste mit integriertem MP3 Player

Kommunikation

Mallani Karl-Heinz Moll GmbH & Co. KG

mallani-med

Gesundheit

Merhav A.A. P. GmbH

AASEP (Advanced Airbag System for Elderly People)
AASMR (Advanced Airbag System for Motorcycle Riders)
AASHR (Advanced Airbag System for Horse Riders)

Sicherheit

Nylstar CD Italia

Meryl ® Nexten / Skinlife

Wohlfühlen

Polycoating GmbH mit den Marken Ziener, Lestra, Wäfo-Ziegler

Warmtech

Wohlfühlen

Philips Research

Lumalive (leuchtende Bekleidung)

übergeordnet

University of Wollongong, Australien

Intelligente Kniebandage

Gesundheit

WEALTHY

Entwicklung eines Shirts, das alle Vitalparameter erfasst

Gesundheit

Klinikum der Universität Regensburg Verkehrsunfallforschung

NOAH-Weste - Die Jacke mit integriertem Touchscreen-Computer

Kommunikation

Historische Bekleidung

Vor 5.300 Jahren wanderte Ötzi durch die südtiroler Alpen. Er war meuchlings durch einen Pfeilschuss getötet worden. Seine Kleidung war in höchstem Maße funktional -  eben zweckdienliche Herrenmode in der Jungsteinzeit. Der Ötzi trug zu Lebzeiten Leggins aus Fell, einen Lendenschurz, ein Obergewand, einen Grasmantel und eine Fellmütze.